Noch mehr Kunst in der höchstgelegenen Freilicht-Galerie der Welt

Seit 2024 gibt es am Kronplatz im Südtiroler Pustertal neben dem bekannten Rundweg Concordia 360 eine etwas anspruchsvollere Gipfelrunde: die Via Artis. Schon bald soll man auf dem sechs Kilometer langen Rundweg weitere großformatige Kunstwerke bewundern können.

Wie der Name vermuten lässt, steht der Panorama-Rundwanderweg Via Artis am Südtiroler Kronplatzgipfel im Zeichen von Kunst, Kultur und Geschichte. Auf der sechs Kilometer langen, mittelschwierigen Tour Derzeit passiert man Kunstwerke namhafter Künstler aus Süd- und Nordtirol, Italien und der Schweiz. Aufgrund des großen Zuspruchs soll die Via Artis nun um drei weitere Arbeiten ergänzt werden, die sich so wie die bisherigen Arbeiten mit den scheinbaren Gegenpolen von Vergänglichkeit und Erneuerung, Mensch und Natur, Tourismus und Landwirtschaft auseinandersetzen. Noch bis zum 9. April 2026 Projekte eingereicht werden, Ende April werden die Siegerprojekte gekürt. 

Neun Mal Mensch und Natur

Bisher können auf der „höchstgelegenen Freilicht-Kunstgalerie der Welt“ neun großformatige Skulpturen bewundert werden. Der Künstler Alex Dorici aus Lugano stellt eine „Alpine Geometry“ in Form eines roten Quaders in die Landschaft, als Tor und Zeichen zugleich. Eine überdimensionale Abwurfstange aus Aluminiumguss mit dem Titel „Geweih (Verlust)“ von Wilma Kammerer aus St. Lorenzen setzt sich mit den Zyklen der Natur auseinander. Der an einen Lippenstift erinnernde „Broken ice core“ der Brunecker Künstlerin Judith Neunhäuserer aus massivem Glas und verzinktem Stahl steht für den Klimawandel. Ruth Oberschmied, ebenfalls aus Bruneck, legt unter dem Titel „ruhend_palsé“ genähte Schafe in die Wiese, um an die einstigen Weiden am Kronplatz zu erinnern. Die überdimensionale, begehbare Muschel von Roland Perathoner aus Wolkenstein erzählt von unserem sensiblen Verhältnis zur Natur, ebenso wie eine Allee von Krokussen von Helmut Pizzinini aus dem Gadertal. Mit einem Kubus aus geschwärztem Schadholz-Würfeln rückt auch die in Nord- und Südtirol arbeitende Rina Treml die Ambivalenz von Mensch und Natur in den Mittelpunkt. Die „Made 2“ in Betonguss vom Künstler Andreas Zingerle aus Brixen thematisiert unsere zwiespältige Wahrnehmung gegenüber Insekten. 

Viel zu sehen am Kronplatz

Die Via Artis ist ein einfacher Panorama-Rundwanderweg mit sechs Kilometer Länge, der in zwei bis drei Stunden zu schaffen ist. Mit einer von zwei im Sommer geöffneten Bergbahnen (Bruneck, Olang) ist der Startpunkt rasch erreicht. Montags werden geführte Wanderungen auf der Via Artis angeboten. Wenn nach der Runde auf noch mehr Verlangen an Kunst und Natur besteht, gibt es mit dem Museum MMM Corones und dem LUMEN Museum zwei weitere kulturelle Orte am Kronplatz Gipfel. kronplatz.com

Via Artis-Kunstprojekt – Infos unter info@lumenmuseum.it
09.03.26: Start Ausschreibung
Bis 09.04.26: Einreichung Projekt an info@lumenmuseum.it
Bis 30.04.26: Ermittlung Siegerprojekte
Juni/Juli 2026: Umsetzung Werke

VIA ARTIS am Kronplatz
Strecke 6 km, mittelschwierige Wanderung • Profil: Aufstieg 270 hm – Abstieg 270 hm • Dauer 3 h