Greifvögel und Gold im Tal der Quellen

Donnerstag, 28. Februar 2019

Altes Goldgräbertal und Juwel im Nationalpark Hohe Tauern: Das 30 Kilometer lange Salzburger Raurisertal mit seinen fünf Seitentälern zählt zu den ursprünglichsten Hochtälern in den Alpen. Wasser, Gold und Greifvögel prägen seine Welt bis heute.

Rauris ist die größte Gemeinde im Nationalpark Hohe Tauern – und eine voller Schätze: Die Kitzlochklamm am Taleingang zählt zu den gewaltigsten Schluchten in den österreichischen Alpen. Die fünf Rauriser Seitentäler bergen ursprüngliche Almenlandschaften, Mineralien des Tauernfensters und Gletscher. Das Seidlwinkltal war einst Hauptroute für den Saumhandel über die Alpen. Im Krumltal sind Steinadler, Bart- und Gänsegeier in freier Wildbahn anzutreffen. Im Talschluss Kolm Saigurn liegt der Rauriser Urwald mit seinen über 80 dunklen Moortümpeln, Sturzfichten, Zirben, saftig grünen Moosen und romantischen Lichtungen. Im Hüttwinkltal taucht man in die Zeit der Goldgräber ein. Und am Sonnblick (3.106 m) im Talschluss thront Europas höchstes ganzjährig betriebenes Observatorium.

Alles plätschert im Tal der Quellen

300 natürliche Quellen, 60 Brunnen und -tröge, Kneipp- und Wasserspielplätze gibt es im Raurisertal. Wo man auch unterwegs ist, fast überall wird man vom Glucksen, Plätschern, Prasseln und Tosen begleitet. Im Seidlwinkltal gibt es einen eigenen Wasserinformationsweg, auf dem es um die „klare Sache“ geht. Im Sommer werden regelmäßig (jeden Montag) geführte Exkursionen mit Nationalpark-Rangern in den Rauriser Urwald organisiert. Besonders sehenswert sind das Biotop „Rauriser Urquell“ und das „Waldgeheimnis“. Dahinter verbirgt sich ein kleiner Waldsee, der von einem Tag auf den anderen – auf geheimnisvolle Art – einfach verschwindet und wiederkommt. Berauschend schön ist der Wasserfallweg in Kolm Saigurn. Vom Naturfreundehaus führt ein leichter, 2,8 km langer Rundwanderweg an insgesamt 5 imposanten Wasserfällen vorbei. Mit nur 200 Höhenmetern ist der Rundwanderweg perfekt geeignet für die ganze Familie. Am Goldwaschplatz Bodenhaus und an den Natur-Kneippanlagen umspielt das kalte Gebirgswasser die Beine. Seine geballte Kraft entwickelt es in der Kitzlochklamm bei Taxenbach. Knapp vor der Mündung in die Salzach, gräbt sich die Rauriser Ache seit Jahrtausenden in den schimmernden Kalkschieferstein ein und hat eine der schönsten Schluchten in den österreichischen Alpen geschaffen. Von Mai bis in den Oktober kann man die Kitzlochklamm bis zur Embacher Wallfahrtskirche Maria Elend durchwandern. Dort angekommen, hat man noch immer das Tosen in den Ohren, welches das Wasser beim Durchströmen der Felsengen erzeugt.

Auf der Suche nach dem Tauerngold

Über 1.000 Jahre lang wurde in Kolm Saigurn am Fuße des Hohen Sonnblicks nach Tauerngold geschürft. Das Tauerngold begründete so wie das Salz lange Zeit den Reichtum und die Macht der Salzburger Erzbischöfe. Zur Blütezeit des Bergbaues im Raurisertal kamen zehn Prozent des weltweiten Goldvorkommens aus den Goldbergen zwischen dem Gasteiner- und dem Raurisertal. Die Goldgräber-Ära endete erst 1929 und hinterließ bis heute Spuren: Gewerkenhäuser im Markt, Knappenhäuser, Stollen und Ruinen des Bremser- und Radhauses in Kolm Saigurn. Im Talmuseum wurde dem letzten Gewerken im Raurisertal ein eigener Platz eingeräumt: Ignaz Rojacher (1844–1891) war ein Pionier, der elektrisches Licht, Telefon und die ersten Skier ins Tal brachte – und das Wetterobservatorium auf den Hohen Sonnblick. Heute sollen laut Schätzungen noch rund 120 Tonnen des edlen Metalls in der Goldberggruppe lagern. Dieses Wissen spornt kleine und große Schatzsucher an, das Edelmetall unter fachkundiger Anleitung an zwei Goldwaschplätzen herauszufiltern: beim Original Goldwaschplatz Bodenhaus können kleine und große Schatzsucher feine Goldflitter aus der Hüttwinklache waschen. Die Goldwaschanlage Heimalm, mit 2 Meter hohem Wasserrad und Mineralienwelt, ist an der Mittelstation der Rauriser Hochalmbahn angelegt.

Im Krumltal sammeln sich die Geier

In Europa waren sie bereits ausgestorben, als man sich 1986 entschloss, die Bartgeier im Raurisertal wieder anzusiedeln: Die majestätische Tiere werden bis zu 1,25 Meter lang und haben bis 2,9 Meter Flügelspannweite. Damit zählen sie zu den größten Greifvögeln Europas und zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Ihr Gefieder ist von weiß über rostrot bis grauschwarz, an der Kehle sitzt der namensgebende Bart. Wer eines der prächtigen Exemplare erspäht hat, vergisst es so rasch nicht wieder. Die Chance darauf hat man im Rauriser Krumltal. Dort finden sich alljährlich im Sommer bis zu 30 Bartgeier ein. Die Moosenwand und die Rotwand zählen zu den wenigen Plätzen in den Hohen Tauern, in denen die Geier noch ihre Schlafplätze haben. Interessierte wandern mit einem Nationalpark Ranger auf dem Lehrweg „Könige der Lüfte“ jeden Mittwoch ins Tal der Geier und lassen sich die Plätze zeigen. Dabei können immer wieder auch Gänsegeier und Steinadler beobachtet werden. Viel über die Lebensgewohnheiten der Greifvögel erfahren Interessierte in der interaktiven Museumsausstellung „Könige der Lüfte“ in Wörth. Noch näher ran an die Könige der Lüfte, an Adler, Eulen und Falken kommen Besucher an der Greifvogelwarte auf der Hochalm. Zu den spektakulären Flugvorführungen gelangt man ganz einfach mit den Rauriser Hochalmbahnen.

Nationalpark Rangerwanderungen – kostenlos mit der Rauriser Gästekarte (Juli und August)
Mo:
Wanderung durch den Rauriser Urwald 
Mi: Wanderung ins Tal der Geier

Bilder
Familie auf der Greifvogelwarte (c) David Innerhofer (Tourismusverband Rauris)
Ansicht des Wasserfallrundwegs im Raurisertal (c) Florian Bachmeier (Tourismusverband Rauris)
Familie genießt die herrliche Talansicht des Raurisertals (c) Florian Bachmeier (Tourismusverband Rauris)

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