Oben weiß, unten grün: Frühlingswandern in Berchtesgaden

In den Zweitausendern der Berchtesgadener Alpen liegt noch Schnee – in den Tälern treibt der Frühling längst die schönsten Blüten: Berchtesgaden lockt Wanderer mit einer unglaublichen Farbpalette hinaus in die frühlingsfrische Natur.

Watzmann, Jenner, Hochstaufen und Untersberg sind immer im Blickfeld. Noch mit einer ordentlichen Schneehaube, doch unterhalb der höchsten Gipfel grünt und blüht längst alles. Saftig grüne Wiesen sind von bunten Blumen übersät, die Bäche glucksen vom vielen Schmelzwasser und die milde Frühlingssonne sorgt für gute Stimmung überall. Jetzt heißt es Schuhe schnüren und auf die Beine, dem Frühling entgegen.

Kräuterwandern, Kneippen und Waldbaden

Am Wegesrand treiben Blumen und Kräuter bereits die schönsten Blüten. Kräuter-Pädagoginnen öffnen den Teilnehmern die Augen für die Apotheke der Natur und laden in ihre Kräutergärten. Sie erzählen, was in manchen „Unkräutern“ steckt, welche Bitterstoffe, Vitamine und Gerbstoffe in Wildkräutern enthalten sind, und wie sie möglichst schonend verarbeitet werden. Dem Kreislauf tut Sebastian Kneipps Wassertherapie gut. Kalte Armbäder und Wassertreten im Storchengang fördern die Durchblutung, stärken das Immunsystem und wecken müde Geister. In und um Berchtesgaden gibt es einige Kneippanlagen, an denen man seine Glieder eintauchen kann. Auch Waldbaden soll sich positiv auf das vegetative Nervensystem, die Psyche und das Immunsystem auswirken. Waldbaden-Trainerin Elfriede Wagner lädt zu Schnupperkursen nach Anger. Die Touren führen auf Waldwegen über Stock und Stein auf die Strobl-Alm und zu einem Erlebnis für alle Sinne. Das Gehen im Wald ist ein perfekter Ausgleich zu unserem stressigen Leben und trägt dazu bei, zur Ruhe zu kommen. berchtesgaden.de/blueht-auf

Dem Frühling entgegen

Unter der milden Frühlingssonne zeigt sich die Natur in Berchtesgaden in ihrer vollen Pracht. Wanderer und (E-)Biker drängen nach draußen. Solange von den Zweitausendern noch Schnee glänzt, ist Zeit für leichtere Touren, etwa vom – laut König Ludwig I. – „schönsten Dorf Bayerns“ zum Höglwörther See. Die Tour rund um den See, vorbei an der Halbinsel mit dem tausend Jahre alten Kloster Höglwörth, dauert etwa eine halbe Stunde. Der Klosterwirt wartet mit zünftiger regionaler Kost auf. Prächtige Aussichten auf die Berchtesgadener Bergwelt verspricht die Tour auf die Kneifelspitze (1.189 m). Viele Wege führen hinauf, der bekannteste startet von der Wallfahrtskirche Maria Gern bei Berchtesgaden. Die sehenswerte Rokokokirche mit dem Watzmann im Hintergrund ist ein beliebtes Fotomotiv. Nach einer einstündigen Wanderung ist der Gipfel erreicht, auf dem die Gaststätte Paulshütte zur Einkehr lädt. Hoch hinaus führt die Tour von Schönau um den Speicherteich am Jenner. Die ersten Höhenmeter verkürzt man sich allerdings mit der Jennerbahn bis zur Mittelstation. Wenige Minuten sind es zum Speicherteich, in dessen Wasserfläche sich der Watzmann spiegelt. Sitzgelegenheiten laden zur Rast. Etwas anspruchsvoller ist die Tour von Bischofswiesen auf den Toten Mann. Zwei Stunden dauert es bis zum Gipfel, dafür erwartet die Wanderer ein sagenhaftes Hochgebirgspanorama. Für den Soleleitungsweg Ramsau sollte man fünf Stunden veranschlagen. Die Tour führt auf der Sonnenterrasse des Bergsteigerdorfes entlang. In den Soleleitungen wurde früher salzhaltiges Wasser transportiert, Details zur Geschichte liefern Informationstafeln. Wer erst am Zipfhäusl startet, spart sich den Anstieg aus dem Tal. berchtesgaden.de/blueht-auf