Faszinierender Tauernsommer mit Rangern im Raurisertal

Der Nationalpark Hohe Tauern ist eine der großartigsten Hochgebirgslandschaften der Erde – das Raurisertal die größte Gemeinde des Nationalparks. Der außergewöhnliche Artenreichtum des 1.800 km² großen Naturraums ist bei Rangerwanderungen auf Schritt und Tritt erlebbar.

Von der Kitzlochklamm am Taleingang bis zum gletscherbedeckten Hohen Sonnblick am Talschluss ist das Raurisertal 30 Kilometer lang. Seine Landschaften umfassen 2.000 Höhenmeter von der Talsohle über die Almenregion bis in die Dreitausender der Goldberge. 300 Kilometer Wanderwege durchziehen berauschend schöne Naturlandschaften mit einer beeindruckenden Artenvielfalt. Die Rauriser Seitentäler erzählen Geschichten von Urwäldern, Greifvögeln, berauschenden Wassern und einsamen Gipfeln ebenso wie von alten Saumpfaden, der Almwirtschaft und vom Tauerngold. Unterwegs mit den Nationalpark Rangern lässt sich die ganze Vielfalt des Raurisertals entdecken.

Naturforscher im Rauriser Urwald

Im Sommer sind die Nationalpark Ranger jeden Montag (13.07.–07.09.26) im 1.600 Meter hoch gelegenen Talschluss Kolm Saigurn unterwegs. Der Rauriser Urwald ist ein jahrhundertealter Bergsturzwald mit 80 Tümpeln, Seen und dem einzigen Hochmoor der Alpen. Die Wanderer tauchen auf dem Themenweg in beeindruckende Urlandschaften und eine außergewöhnliche Pflanzen- und Tierwelt ein. Eingekehrt wird danach in einer der urigen Hütten am Almenplateau.

Im Talschluss Kolm Saigurn am Fuße des Hohen Sonnblicks wurde 600 Jahre lang nach Tauerngold geschürft. Zur Blütezeit des Goldbergbaus kamen zehn Prozent des weltweiten Goldvorkommens aus der Goldberggruppe. Immerhin sollen heute noch rund 120 Tonnen Gold im Inneren der Goldberge schlummern. Große und kleine Abenteurer versuchen heute noch ihr Glück – etwa am berühmten Goldwaschplatz Bodenhaus  oder an der Heimalm an der Mittelstation der Rauriser Hochalmbahn

Auf Spuren von Römern und Säumern

Ein gutes Stück talauswärts zweigt das Seidlwinkltal westwärts ab. Hier verlief bereits in der Antike eine wichtige Römerstraße und im Spätmittelalter eine Hauptroute für den Saumhandel. Heute gilt das Seidlwinkltal vor allem als Tal der Quellen und Almen. Jeden Dienstag (21.07.–08.09.26) laden die Nationalpark Ranger zu einer Tour von der Palfneralm zur Hirzkaralm. Unterwegs ist von den Botschaftern des Schutzgebietes viel über die alpine Kulturlandschaft, die traditionelle Almwirtschaft, die Tier- und Pflanzenwelt zu erfahren. Von der Hirzkaralm bietet sich ein fabelhafter Ausblick in die Hohen Tauern.

Die Tour ins „Tal der Almen“ am Freitag (17.07.–11.09.26) führt von der Palfneralm die Seidlwinklache entlang bis zum imposanten Spritzbach-Wasserfall und dem alten Tauernhaus. Hier machten schon vor 500 Jahren Säumer halt, um sich und ihre Tragetiere für den Weitermarsch zu stärken. Weiter geht es in Richtung Hochtor, Großglocknerstraße und dem Tourenziel Litzlhofalm. In den Seitentälern links und rechts des Raurisertals entspringen 300 natürliche Quellen, die irgendwann in die Rauriser Ache fließen. Bevor diese selbst am Taleingang in die Salzach mündet, zwängt sie sich spektakulär durch die Kitzlochklamm. In Jahrtausenden hat sich das Wasser immer tiefer durch den Fels gegraben, rauschende Wasserfälle, tosende Wildwasser-Becken, Strudeltöpfe und Buchten gebildet. Von Mai bis Oktober kann man eine der schönsten Schluchten der österreichischen Alpen durchwandern und unterwegs Erdgeschichte zum Anfassen erleben.

Die Geier warten schon im Krumltal

Bartgeier waren in Europa bereits ausgestorben, als man in den 1980er-Jahren im Krumltal ein Wiederansiedlungsprojekt startete. Heute sind sie hier neben Gänse- und Mönchsgeiern, Steinadlern, Gämsen und Steinböcken wieder häufiger in freier Wildbahn zu beobachten. Bartgeier sind mit bis zu 1,25 Meter Körperlänge und bis zu 2,9 Meter Flügelspannweite die größten flugfähigen Vögel der Erde. Die Chance, einen der weiß-rostrot-grauschwarzen Riesen zu erspähen, hat man am ehesten mit einem Spektiv und einem Nationalpark Ranger, der die besten Plätze kennt.

Die Tour ins Tal der Geier führt jeden Mittwoch (15.07.–09.09.26) den Krumlbach entlang. „Im Facettenreich“, dem Nationalparkhaus in Wörth, und auf der Greifvogelwarte auf der Hochalmhütte an der Bergstation der Rauriser Hochalmbahn ist noch mehr über die prächtigen Tiere zu erfahren. Für ambitionierte Wanderer gibt es außerdem eine geführte Wanderung mit Nationalpark Rangern vom Krumltal ins benachbarte Seidlwinkltal. „Auf wilden Pfaden“ (28.08.26) geht es hinauf zur Wasserfallhöhe und weiter auf den Gipfel des Koglkarkopfes (2.565 m), von dem man ein beeindruckendes Panorama mit Glockner- und Goldberggruppe vor sich hat. Über die Diesbachalm geht es hinunter zum Rauriser Tauernhaus.

raurisertal.at 

Nationalpark Rangertouren im Raurisertal

MO (13.07.–07.09.26): Rauriser Urwald – Kolm Saigurn

DI (21.07.–08.09.26): Von der Palfneralm zur Hirzkaralm – Seidlwinkltal

MI (15.07.–09.09.26): Krumltal – Könige der Lüfte

FR (17.07.–11.09.26): Ins Tal der Almen – Seidlwinkltal

28.08.26: Auf wilden Pfaden – Krumltal/Seidlwinkltal